Leser, die sich jetzt an den Kopf greifen ob solch nostalgischer Entgleisung, tun gut daran, die Gründungsmotive aufmerksam zur Kenntnis zu nehmen. Erstens schien es damals mehr denn je notwendig, dass Gelegenheiten geschaffen werden, Menschen verschiedener Berufe, verschiedenen Alters und verschiedener Gesinnung in freundschaftlichem Kontakt kennen zu lernen. in diesem gesellschaftlichen Sinne vermochte die traditionelle Institution der Zunft einem aktuellen Bedürfnis zu entsprechen.
Zweitens kann einer Zunft auch heute noch positiver „zünftiger“ Sinn gegeben werden. Die Zünfter als Berufsvereinigungen erfüllten in ihrer Blütezeit vom Mittelalter bis in die Neuzeit ausgesprochen soziale Funktionen, indem sie die politische und wirtschaftliche Stellung des handwerklichen Mittelstandes festigten. Heute liegt das Schwergewicht des Zunftlebens im geselligen und gesellschaftlichen Bereich.
Drittens ist die Fischerzunft indes auch in der Absicht gegründet worden, die Anliegen und Bedürfnisse der Berufs-Fischerei zu unterstützen und sich im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten für die Erhaltung des natürlichen Zustandes unserer Gewässer einzusetzen. So ist heute jeder Fischerzünfter im Besitz des obligatorischen Sachkunde-Nachweis der Schweizer Sportfischerei.
Schliesslich will die Fischerzunft einen Beitrag leisten zur Gestaltung des Stadt-zugerischen Zunftlebens, das besonders in kultureller Beziehung und zum Nutzen der Öffentlichkeit auf vielfache Weise bereichert wird.